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Noch kein Autotausch in großem Stil

   
 

 

 

 

Noch kein Autotausch in großem Stil

 

Lüneburg – Ein geteiltes Echo löst dieser Tage der eingeführte Steuerzuschuss für die Käufer von Neu- und Jahreswagen bei Autohändlern in und um Lüneburg aus. Zu den wenigen Fans der sogenannten Abwrackprämie zählt Hartmut Imort. „Der Optimist macht das Geschäft“, lautet sein Motto für den Umgang mit der neuen Förderung, die Teil des zweiten Konjunkturpaketes der Bundesregierung ist. Optimistisch ist der Geschäftsstellenleiter des Lüneburger Skoda-Vertragshändlers Autohaus Plaschka unter anderem für den Absatz von tschechischen Neu- und Jahreswagen aus seinen Verkaufsräumen an der Straße vor dem Bardowicker Tore. „Für uns bringt das etwas, weil wir günstige Autos anbieten“, so Imort. „Ich rechne damit, dass wir pro Monat etwa 10 Altautos zum abwracken bekommen.“

Am vergangenen Wochenende gaben die ersten Kunden ihr altes Blech in Zahlung. Darunter war auch ein VW Golf II aus dem Jahr 1985, der schon längst für den Dienst bei der Bundeswehr ausgemustert wurde. Der neue Besitzer bekam beim Kauf einen neuen Skoda Fabia 2.500,- € gutgeschrieben.

Mit diesem stolzen Betrag ist Optimist Imort in Vorleistung getreten. „Ich hoffe, dass ich das Geld noch bis zum Sommer von der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn erstattet bekomme“, so der Autoverkäufer. „Die Modalitäten der Abwicklung sind uns aber noch gar nicht bekannt.“

Das ist nicht ganz ungefährlich, denn das Tarnfahrzeug das auf dem hinteren Parkplatz seines Ladens versteckt wird, ist nichts mehr wert außer dem Altmetallpreis. In die Schrottpresse kann Imort den alten Karren aber auch noch nicht geben, da der Autoverwerter noch gar keine Formulare für die Abrechnung der Abwrackprämien habe.

„Das ist noch nicht ganz ausgegoren“, kommentiert Rolf Horb. Der Betreiber der Reifenzentrale Adendorf verkauft nebenbei auch Gebrauchtwagen. „Da wir aber eigentlich nur ältere Wagen auf dem Hof stehen haben, ist das für uns gar kein Thema.“ Sein Branchenkollege Dogan Erdogan formuliert es drastischer: „Das ist nur eine völlig überflüssige Hilfe für die Autobauer.“ Der Lüneburger Kfz-Meister weiter: „Wegen der strengen TÜV-Bestimmungen fahren hier in Deutschland keine Schrottfahrzeuge herum, anders als im Ausland.“

Für den kleinen Familienbetrieb mit Reparaturwerkstatt und An- und Verkauf von Gebrauchtwagen stellt die neue Prämie einen echtebn Wettbewerbsnachteil dar. Denn Erdogan kann auch nach eigenen Angaben die Anschaffungskosten für Jahreswagen nicht auslegen. Ein weiteres Problem stellen die ungewisse Abwicklung der Rückerstattung der 2.500 Euro an den Verkäufer des Autos dar.

Solche Finanzierungsprobleme kennt Dieter Kruse zwar nicht. Trotzdem ist die neue Abwrackprämie in dem von ihm geleiteten Porsche Zentrum Lüneburg kein Thema. „Als günstigsten Jahreswagen gibt es bei uns den Boxter für 40.000 Euro. Unsere Klientel fährt also nicht mit einem Schrottauto herum.“

 

 

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