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Jagd auf Billig-Jäger

 Jagd auf Billig-Jäger
Neue Betrugsmasche beim Internet-Autokauf

Amelinghausen Das Angebot schien unglaublich günstig: ein gebrauchter Volvo für die Hälfte des üblichen Preises. Zig Interessenten klickten die ANzeige auf der Internet-Plattform mobile.de an, zumal als Anbieter das seriöse Autohaus Plaschka aus Amelinghausen genannt war. Doch dahinter steckten Gauner, Jürgen Plaschka hat damit nichts zu tun. "Eine neue Betrugsmasche", sagt der Amelinghausener Unternehmer.
Die Täter hätten es geschafft, sich auf der mobile.de-Seite des Autohauses einzunisten. Laut Plaschka nutzen sie den Firmenauftritt und setzen quasi eine Maske drauf. "20 fingierte Autos mit Daten und Bildern."
In der mobile.de-Zentrale kennt Firmensprecherin Doreen Schlicht den neuen Dreh. Mehrere Händler hätten sich inzwischen gemeldet. Der Kontakt laufe zumeist per E-Mail. Die Täter fordern von den Interessenten aufgrund des vermeintlichen Schnäppchens Anzahlungen über einen ausländischen Finanzdienstleister. "Vorkasse zu leisten, ist grundsätzlich falsch", sagt Schlicht. Denn wenn Betrüger das Geld haben, tauchen sie ab.
Die Internetbörse geht davon aus, dass die Kriminellen über sogenannte Pishing-Mails an die Passwörter unbescholtenener ANbieter kommen. Unter dem Firmelogo von mobile.de werden Autohäuser elektronisch angeschrieben und unter einem Vorwand um Zugangsdaten gebeten. Doreen Schlicht betont: "WIr fragen Händler nie nach diesen Daten." Plaschka bezweifelt, dass die Betrüger seinen Auftritt bei mobile.de auf diese Art missbrauchen konnten: "Nur ein Mitarbeiter betreut den Bereich, und der gibt keine Daten raus."
Der ADAC mahnt zur Vorsicht bei Autogeschäften im Internet. Sprecher Maximilian Maurer verweist auf eine Internetseite, auf der ADAC, mobile.de und autoschout24.de gemeinsam Warnhinweise geben (www.sicherer-autokauf.de). Er sagt: "Viele Leute sind bei einem Schnäppchen zu gutgläubig. Es gilt: Erst zahlen, wenn das Auto da ist." Die "Banditen" seien gewitzt, fänden immer neue Tricks, um Käufer hereinzulegen. Sei eine Masche bekannt und damit verbrannt, hätten die Täter schon die nächste krumme Idee: "Darauf fallen Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten rein."
Die Betrüger seien schwer z fassen, sind sich ADAC und mobile.de einig. Bei der Spurensuche im Netz finden Fahnder IP-Adressen. die z.B. zu Internet-Cafés in Osteuropa oder Indonesien gehören. Maurer: "Da kommt man an die Täter nicht ran."
 

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