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Skoda auf dem Weg in den Klub der Millionäre

VW-Tochter

Skoda auf dem Weg in den Klub der Millionäre

Eine Million. Diese Zahl hat der ehemalige Skoda-Vorstandschef Detlef Wittig ausgesprochen. Bis zum 30. September war er im Amt. Nun muss sein Nachfolger Reinhard Jung sehen, wie es Skoda bis 2015 schafft, eine Million Autos pro Jahr zu verkaufen.

 

Foto: Skoda

In zwei Jahren kommt der Skoda Yeti, soviel steht fest. Diese offene Studie des Autos wird aber wohl nicht gebaut werden.

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Eine Million Autos? Von Skoda aus Mlada Boleslav bei Prag? So viele Fahrzeuge verkauft heute ungefähr Audi mit diversen unterschiedlichen Baureihen und Varianten wie Kombis, Limousinen, Cabrios, Sportcoupés und einem ausgesprochen opulenten Geländewagen. Audi ist Werbepartner des FC Bayern München, Skoda hat bis 2006 American-Football-Teams unterstützt, die vor 10.000 Zuschauern spielen.

Skoda hat dem breiten Angebot der Konzernschwester Audi heute ein eher kümmerliches Modellprogramm entgegenzusetzen, kümmerlich, was die Vielfalt der vier Baureihen angeht, aber ein trotzdem sehr erfolgreiches. Es soll ausgebaut werden und beispielsweise um den kleinen Geländewagen Yeti 2009 ergänzt werden. Weitere Modelle sollen folgen wie etwa ein Ableger der Konzeptstudie Up, die VW auf der IAA in Frankfurt zeigte. Konzernchef Martin Winterkorn hat das bereits in Aussicht gestellt. Den nächsten großen Auftritt aber wird die Limousine Superb haben, die im März bei der Messe in Genf neu vorgestellt wird.

Den großen Umschwung leitete das Jahr 1996 ein. Skoda hatte damals in Deutschland einen Marktanteil von 0,62 Prozent und verkaufte 21.611 Fahrzeuge. Skoda war also nahezu unsichtbar auf deutschen Straßen, die Fahrzeuge waren Nischenmodelle. Im Jahr darauf waren es aber schon gut 30.000 verkaufte Fahrzeuge, wieder ein Jahr später stieg der Absatz auf knapp 58.000 Autos.

Der Octavia löste den Boom aus

Der Grund für den Boom, der bis heute ungebrochen anhält? Der tschechische Hersteller brachte vor elf Jahren unter der Regie seines neuen Besitzers Volkswagen den Skoda Octavia auf den Markt. Ein Auto, dem die Konkurrenten mit Blick auf Preis und Leistung wenig entgegenzusetzen hatten. Worin das Geheimnis des Erfolgs liegt? "Wir liefern ausgezeichnete Qualität gepaart mit einem hervorragendem Preis-Wert-Verhältnis", sagt Wittig.

Im vergangenen Jahr verkauften die Tschechen weltweit erstmals rund 550.000 Fahrzeuge. Der Blick auf die Zahlen verdeutlicht die enorme Entwicklung Skodas, mit der auch ein gravierender Imagewandel verbunden ist.

Waren die Fahrzeuge früher bieder und technisch veraltet, gelten sie heute als grundsolide und zeitgemäß. Bei Skoda gibt es VW-Technik zu reduzierten Preisen, das reichte, um Käufer zu gewinnen.

Wer noch die Nase rümpft beim Markennamen Skoda, hat einen Trend verschlafen. Denn Skoda versteht es heute, auch Autos anzubieten, deren Luxus hinter einer unscheinbaren Fassade liegt. So war es früher einmal bei Saab. Die Kunden wollten in ihren Autos nicht die Wertigkeit ihres Fahrzeugs nach außen mitteilen. Heute bietet das der Skoda Superb. "Wir wollten den Aufsteigern innerhalb der Marke ein Angebot machen und gleichzeitig in das Segment der oberen Mittelklasse vorstoßen", sagt der ehemalige Chef Wittig.

Der Superb kommt auch als Kombi

Es gilt als sicher, dass der Superb in der kommenden Generation auch als Kombi angeboten wird. Er könnte für Kunden der Mercedes-C- und E-Klasse, aber wohl auch von BMW und Audi eine Alternative bieten. Die interne Konkurrenz zu den Konzernmarken Audi und VW war bislang ein Hinderungsgrund für die Kombi-Variante.

Als Grund für den anhaltenden Erfolg nennt Wittig gern die Tradition der 100 Jahre alten Marke. Aber das dürfte wohl eher eine Antwort sein, die in Tschechien gern gehört wird. Denn Wittig sagt auch, dass die Kunden "mehr und mehr auf die Verlässlichkeit", der Fahrzeuge setzen würden. Entscheidend für die Konzernmutter Volkswagen ist, dass Skoda hohe Erträge erzielt. Bei einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro erwirtschaftete Skoda vergangenes Jahr 172 Millionen Euro. Eine der Grundlagen dafür ist, dass Skoda sich aus den Regalen von VW und Audi bedienen darf.

So stammt das Fahrwerk des neuen Octavia mit der hochwertigen Vierlenkerhinterachse vom Golf V, die Motoren kommen von Audi und VW. Zudem liegen die Stundenlöhne in den drei Werken in Tschechien und einem weiteren Werk in Bosnien-Herzegowina unter denen in Wolfsburg oder Ingolstadt.

Wie gut das Konzept für Skoda funktioniert, belegt die Tatsache, dass der sogenannte Kannibalisierungseffekt zu Volkswagen nicht sehr groß ist. Gemeint ist damit, dass Kunden statt eines Golf lieber einen Octavia kaufen oder statt eines Polo lieber einen Skoda Fabia, also bei Skoda zu Lasten einer anderen Konzernmarke kaufen. Skoda gewinnt eher Kunden von Peugeot oder Opel. Und: "Wir fangen Käufer auf, bei denen das Budget für einen Audi A4 oder Golf nicht reicht", sagt Christoph Ludewig, Sprecher von Skoda.

Die Erfolgsgeschichte Skodas wird weitergehen. Wo der Hersteller zulegen will, steht auch fest: in Osteuropa und Asien. Wittig nennt sie die "Zukunftsmärkte“ Skodas.

 

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