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Autokauf auf Platt
Autokauf auf Platt
Händler hält die niederdeutsche Sprache lebendig
5. Juni 2002 - Landeszeitung
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Geschäftsstellenleiter Hartmut Imort führt seine Verhandlungsgespräche
beim Autoverkauf gern auf Plattdeutsch. Foto: be
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mat Lüneburg. Plattsnack unterscheidet sich von Schnickschnack durch den
Einsatz des klaren Wortes. Eine sehr hilfreiche Eigenschaft gerade beim Autokauf,
der bekanntlich Durchblick erfordert. Hartmut Imort, Geschäftsstellenleiter
des Škoda-Autohauses Plaschka in Lüneburg, führt Verhandlungsgespräche
mit entsprechend vorgebildeten Kunden daher gern auf Plattdeutsch. "Zunächst
muss ich rauskriegen, ob die Kunden überhaupt Platt sprechen", sagt
Hartmut Imort. Dazu beobachtet er seine Gesprächspartner, sucht nach Hinweisen
auf entsprechendes Know-how und wagt sich schließlich mit der Frage "Snackt
Se keen Platt?" aus der Deckung. Sind Sprachkenntnisse vorhanden und haben
beide Seiten damit ihre Heimatverbundenheit kund getan, macht sich dem Geschäftsstellenleiter
zufolge ein Gefühl "der ländlichen Zusammengehörigkeit"
breit. Der weitere Verhandlungsverlauf werde dadurch wesentlich klarer. Wozu also
noch von einer "Wegfahrsperre" beim Wagen sprechen, wenn die Erklärung
"ward dat Auto upbraken, blifft dat na 100 Meere stahn" viel eindeutiger
ist? Bestechend auch die Übersetzung der stets abenteuerlicher werdenden
Namen für Autolacke: Aus "black magic perl effect" macht der Plattschnacker
kurzerhand "'n Swatten". Das etwas hochgestochen daher kommende "Warnsignal
für Licht" bedeutet im übrigen nichts anderes als: "Wenn'n
vergetten hett, dat Licht uttoumaken, piept dat Auto." So mancher Laie dürfte
die Funktionen seines Wagens durch das Plattdeutsche überhaupt erst verstehen.
Unverzichtbar für ein Verkaufsgespräch auf Platt sind auf Kundenseite
Fragen wie "Ik betahl boor - veel ward dat Auto denn billiger?", sagt
Imort. Seine Standard-Antwort darauf lautet: "Mi dücht, du schösst
man leeber finanzieren." Der 44-jährige Geschäftsstellenleiter
verdankt seine umfangreichen Sprachkenntnisse den Großeltern aus Dehnsen
bei Amelinghausen. "Die haben mir Platt beigebracht, und das will ich an
meine eigenen Kinder weitergeben", erzählt er. "Deshalb habe ich
mit meiner Tochter und meinem Sohn noch kein hochdeutsches Wort geredet."
Grundsätzlich, meint Hartmut Imort, sollte im Alltag viel mehr Platt benutzt
werden, um die Sprache zu erhalten. "Meine plattdeutschen Verkaufsgespräche
sehe ich als Beitrag dazu an."
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